California 2006

Thursday, September 21, 2006

Week of Welcome

Wie schon angekündigt, möchte ich euch nun von dem WOW Event, der Week of Welcome, berichten. Sie ist vergleichbar mit der O-Phase, mit dem krassen Unterschied, dass KEIN Alkohol erlaubt ist. (O-Phase: Orientierungs-Phase an der Universität, dauert auch eine Woche) Sehr viele WOWis – liebevoller Ausdruck für die neuen Studenten – sind erst 18 Jahre alt. Nach dem Schulsystem hier, muss jeder die Highschool absolvieren. Es gibt keine Haupt oder Realschule wie bei uns. Soweit ich es aus Gesprächen erfahren habe ist das Schulsystem nach Elementary, Middle und High School aufgebaut. Nach der 12. Klasse hat man dann seinen Abschluss in der Tasche. Wie unser neues System für die Gymnasien auch.
Und 18 bedeutet hier ja absolutes Alkoholverbot. Dies gilt für das gesamte Campusgelände. So etwas wie eine FSK für Computerspiele wie in Deutschland scheint es aber jedoch nicht zu geben. Neben den Billardtischen und Bowlingbahn im Zentralbereich des Campus lässt sich auch eine Spielhalle finden. Hier kann man jede Art von Ballerspiel zocken. Es gibt vielleicht noch Brutalere, die dort nicht laufen. Aber an jeder 2. Konsole wird mit der Pistole auf irgendwelche Pixelmenschen geballert.

Soweit einmal zur groben Umgebung ;) Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich die ganzen Partyspiele hier auch ohne Alkohol sehr lustig fand. Die Leute sind es einfach eher gewöhnt auf Andere zu zugehen und auch ohne Alkohol Spaß zu haben. Bei uns stellt sich, nach meiner Erfahrung, so etwas meist erst nach den ersten paar Bier auf einer Party ein.

Jetzt aber mehr zur eigentlich Veranstaltung.
Am 18.09. ging die, für jeden Studenten 220$ oder 173€ teuere, Veranstaltung los. Die 4000 WOWis wurden wie auf dem Bild zu sehen ist empfangen. Das ganze von über 150 Studenten und der Musikkapelle der Schule.

 

Die 4000 Studenten wurden in zwei 2000 man große Gruppen aufgeteilt und es folgte eine einstündige Ansprache. Hier haben sich unter anderem die Football Mannschaft, das Cheerleader Team, die Musikkapelle, die Tanzgruppe, uvm. Vorgestellt. Die Ansprache selbst wurde von einem jungen Lehrer gehalten. In einem lockeren und gleichzeitig anspornenden Stiel. Die Ansprache hat mir besser gefallen wie die an unserer Schule, die nach dem Motto verlief, schaut euch euren linken Nachbarn an, schaut euch euren rechten Nachbarn an und einer von diesen zweien wird den Abschluss auf dieser Schule nicht schaffen … Nach dem Willkommen heißen ging es dann in unsere zuvor zugeteilte Gruppe.



Es folgt die Vorstellung der Personen und Kennenlernspiele auf der Wiese. Bei uns hätten die Spiele sicherlich einige Leute kindisch gefunden. Aber 1. hatte ich allerhand damit zu tun die Leute zu verstehen und richtig zu reagieren –es wurden oft Befehle gegeben die sofort umgesetzt werden mussten- und 2. waren die Leute alle voll und ganz bei der Sache bei den Spielen und somit kam keine Eintönigkeit oder Langeweile auf.
Während den Veranstaltungen ging es dann auch immer zusammen zum Mittagessen und zum Abendessen. Frühstücken hätten wir dort auch können, dies hat aber eigentlich jeder ausfallen lassen. Ausschlafen war wichtiger ;) Und ein Müsli zu hause geht schneller.

Hier ein Bild meiner WOWi Gruppe



Das Programm bestand aus vorgegeben Veranstaltungen wie Präsentationen über kein Alkohol unter 21, keine Drogen, und die beste Verhütung ist Enthaltsamkeit. Die Punkte werden aber einem nicht einfach so an den Kopf geschmissen sondern von Schüler-Theater-Stücken sowie Präsentationen begleitet. Es wird auch immer wieder auf bestimmte Stellen hingewiesen an die man sich wenden kann. Für so ziemlich jedes Problem lässt sich auf dem Campus glaube ich die richtige Person finden. Sie behandeln dort alles, über gebrochne Knochen, Essstörungen bis hin zu Heimweh. Da fast jeder Student zu der Uni ziehen muss und sie keiner von zu hause aus besuchen kann, scheint auf diese Stellen besonders Wert gelegt zu werden. Ob das Angebot denn auch wirklich angenommen wird kann ich bis jetzt noch nicht sagen. Aber auf jeden Fall ist immer ein Ansprechpartner vor Ort.


Wenn die Pflichtprogramme abgearbeitet waren ging es oft in Gruppenaktivitäten weiter. Hierbei hatten die WOWi-Leader aber recht viel Spielraum. Unsere waren sehr gut drauf und auch in Fraternities –Studentenverbindungen-. Diese haben meist ihre eigenen Klubhäuser in denen man Grillen, Spiele machen kann, über nasse Planen den Hang runter rutschen kann, usw. Hier ein paar Bilder unserer Unternehmungen.


Filmabend und Woodstock Pizza


Tie-Dye (T-Shirts Zusammenknüllen und Einfärben)


Avala Springs - Warme Therme in der nähe des Pacific


Herrlicher Sonnenuntergang


Bonfire - Lagerfeuer direkt am Strand


Farmers Market - Jeden Donnerstag werden regional angebaute Sachen verkauft

Meistens war man von Morgens bis Abends in die Aktivitäten eingebunden. Es war eine sehr gute Gelegenheit sich mit einheimischen anzufreunden und etwas über ihre Gewohnheiten mitzubekommen. Diese Eindrücke bekommt man während dem normalen Studium nicht mit.
Als Abschluss unserer WOW hatte die Schule die Band „Everclear“ eingeladen. Die Band besteht aus 3 Gitarristen (einer davon ist gleichzeitig Sänger), einem Schlagzeuger und einem Keyboarder. Auch von dem Event hab ich ein paar Fotos gemacht.




Everclear

Das Konzert selber war nicht ganz meine Musikrichtung aber trotzdem nicht schlecht. Am Anfang stand ich noch mitten in den Leuten. Das Pogo Tanzen ist hier aber genauso beliebt wie bei uns. Ich sag nur, zum Glück dürfen die hier kein Alkohol trinken, sonst gäbe es da glaub tote ;). Von der Tribüne aus war das Geschehen dann sehr schön anzuschauen. Am lustigsten war es die Leute, vor allem Mädels, zu beobachten die hoch gehoben wurden und über die Hände nach vorne befördert wurden. Dort standen dann die Securities und fingen die Leute auf die sonst vor der Bühne runter gefallen wären. Alles in allem war es ein gebührender Abschluss der ersten Woche an der CalPoly.
In 2 Tagen, also am 25.September, geht dann das eigentliche Studieren los. Ich bin schon sehr gespannt auf die Professoren und auf die Fächer die ich mir ausgesucht habe. Doch dazu mehr im nächsten Blog!

Der Flug

Mittlerweile ist es auch schon wieder 5 Tage her, dass ich hier in die USA eingeflogen bin. Meine Stationen auf dem Weg waren Frankfurt, London Heathrow, San Francisco und schließlich San Luis Obispo. Das ließt sich schon stressig ;) und genauso war es auch. Am 05. September um 3:30AM, also mitten in der Nacht, wurde ich das letzte Mal für dieses Jahr von meinen Eltern geweckt. Um 4.00 ging es dann mit dem Auto los richtung Frankfurt. Meine Eltern hatten sich bereit erklärt mich um diese Uhrzeit zu fahren, thx Peter und Roswitha. Die Fahrt selber verlief bestens und ich habe um 5:30 am Flughafen Thomas und Martin kennen gelernt. Um 7:30 startet unser 1. Flieger. Ca. 1 ½ Stunden später landeten wir auch schon wieder in London. Ich hätte mir den Flughafen dort moderner vorgestellt. Es war aber mit Abstand der älteste und schlechteste auf meiner Reise. Das Auschecken selber machte keine Probleme, aber als wir dann ein Stückchen weiter wieder einchecken wollten standen wir vor dem ersten Problem. Nein, nicht dass wir die Leute da nicht mehr verstanden haben, sondern dass wir aus unseren 2 Handgepäcktaschen (eine Laptoptasche und ein Rucksack) eines machen mussten. Und die durften zu allem Überfluss nicht größer als, ich glaube 20 cm sein. Dafür gab es extra Schablonen durch die der Rucksack passen musste. Dass hatte zur Folge, dass alles aus den Rucksäcken an unsere Körper musste. Die Zeit zum Umsteigen war mit knappen 2 Stunden relativ kurz bemessen. Hinzu kam, dass unser Flieger von Frankfurt aus schon 15 Minuten Verspätung hatte. Wir wurden also immer ungeduldiger und hatten schon Angst unseren Flieger zu verpassen. Schließlich schafften wir es aber doch durch die nächste Sicherheitskontrolle und kamen pünktlich zum Boarding bei unserem Flieger an. Die nächsten 11 Stunden verbrachten wir in einer schicken Boing 747. Genug Zeit um 4 Filme zu schauen und auch mal 1 bis 2 Stunden zu schlafen. Gegen Ende des Fluges und kurz vor der Landung sind dann die folgenden Bilder entstanden.


Bild aus dem Flugzeugfenster - zwischen Canada und USA


Golden Gate Bridge


Alcatraz, kurz vor der Landung in San Francisco


Die Skyline von San Franciso

Bei der Landung war es dann auch schon 13 Uhr. Die Zeitverschiebung von 9 Stunden machte sich langsam bemerkbar. Trotzdem hieß es erneut, anstellen, Gürtel und Schuhe ausziehen, Laptop auspacken, … Insgesamt dürften es um die 5 Check in und outs gewesen sein, mehr als genug für einen Tag!

Zu unserer letzten Station brachte uns kleine Propeller Maschine die Platz für ca. 20 Fluggäste bot. Die Beschleunigung und das Gefühl in dem Flieger zu sitzen waren klasse, für längere Strecken -wir waren nur eine Stunde unterwegs- braucht man aber auf jeden Fall Ohropax ;)
Unsere Maschine landete planmäßig um 15 Uhr in San Luis Obispo.

Nachdem wir uns ein Taxi bestellt hatten und zum Motel gebracht wurden machten wir uns zu Fuß auf ein wenig die nähere Gegend zu erkunden. Ich glaub wir waren die einzigen Leute in der ganzen Stadt die zu Fuß unterwegs waren :p Unser kleiner Spaziergang brachte uns auch schon bis zu den Valencia Apartments. Mein neues Zuhause für die nächsten 4 Monate!

Gegen 21 Uhr ging schließlich der Marathon Tag von 27 Stunden zu ende. Über 22 Stunden davon bei strahlendem Sonnenschein ;) Die nächsten Tage musste erst einmal das Jetlag auskuriert werden!

Tuesday, September 12, 2006

Hello, from Calafornia

Für die nächsten 4 Monate, die ich hier in Kalifornien verbringe, habe ich mir vorgenommen euch ein klein wenig von meinen Erfahrungen, Unternehmungen und Eindrücken zu berichten. Über die meisten Dinge, die ich schon in den ersten 6 Tagen erlebt habe die ich hier bin, könnte ich Romane schreiben. Ich werde versuchen speziell auf die für mich interessantesten und neuesten Erfahrungen einzugehen. Alles in Allem sollt ihr aber einen möglichst guten Überblick bekommen wie es mir hier so ergeht und was ich erlebe.
Viel Spaß euch beim Lesen! –Denke an euch alle zu hause-